Mittwoch, 25. Januar 2017

MMM No. 17 - Das Jeans-Kimonokleid

Ich trage heute mein neues Sommerkleid - ein Jeanskleid mit kurzen Ärmeln. Der Schnitt ist das Kimonokleid aus Frau Craftelns Schnittmusterkiosk.
Auf der Annäherung in Würzburg im Oktober durfte ich Katharinas Kimonokleid anprobieren und fühlte mich darin so wohl, dass ich unbedingt genau so eines auch brauchte. Die Annäherung in Bielefeld im Januar kam dafür wie gerufen. Außer mir haben dort noch Mrs Go und die Frau mit dem wunderbaren Kleiderschrank den Schnitt genäht, ideale Bedingungen also. Und wie ich finde - auch ein ideales Ergebnis.


Ich habe mich haarklein an die Anleitung gehalten und bin damit sehr gut zurecht gekommen. Auch bei den Größenangaben bin ich den Empfehlungen gefolgt und habe Größe 3 genäht. Folgende Anmerkungen habe ich zum Schnitt:

Die einzige wirklich knifflige Stelle ist der Kragen. (Tipp: Die Beschreibung, wie die Stofflagen vor einem zu liegen haben, hilft sehr - ist erst unter dem Bild zu lesen, als ich sie endlich gelesen hatte, ist der Knoten geplatzt - Notiz an mich: Lesen hilft!). Beim Kragen würde ich auch beim nächsten Mal die "Ecken des Schreckens" in jedem Schnittteil markieren - und zwar genau den Eckpunkt, an dem die Naht im 90-Grad-Winkel zusammenläuft. In amerikanischen Schnitten hatte ich das schon manchmal und hier werde ich das nächstes Mal machen, da ich nicht immer so sauber nähe, dass es dann auch ordentlich aussieht ohne viel Trennerei. Wenn die Ecken geschafft sind, sieht das Kleid außen und innen wirklich super-professionell aus. Vor allem die Innenlösung gefällt mir sehr gut, ich finde sie sehr besonders und habe bei meinen bisherigen Nähprojekten noch nie ein ähnliches Vorgehen gehabt.
Das ist der versäuberte Schulterbeleg.
Die Ärmel habe ich gekürzt. Das hat sehr gut funktioniert, die fertige Ärmellänge ist auch für kurze Ärmel eingezeichnet. Fast alle meine Kleider haben kurze Ärmel. Im Winter trage ich Longsleeves drunter und/oder Strickjacken drüber und so sind viele meiner Kleider ganzjährig tragbar. Auch am Rocksaum habe ich gekürzt, 12 cm habe ich weggenommen.
 Ich habe KEINEN Stoff verwendet, der zwei schöne Seiten hat und bin damit erheblich von den Empfehlungen abgewichen. Da die Knopfleiste einfach umgeklappt wird, wäre dann die helle Jeansseite über den gesamten Knopfleisten-Kragen-Verlauf außen gewesen. So hätte das dann ausgesehen.


Bestimmt auch schön, ich wollte aber lieber ein einheitliches Außenbild und habe deshalb einen Extraschritt eingelegt. So war es überhaupt kein Problem, den Schnitt zu verwenden und trotzdem die rechte Seite auch an der Knopfleiste außen zu haben. Ich zeige  kurz, wie ich vorgegangen bin.

1. Aus eins mach zwei. Ich habe das lange Kragen-Knopfleisten-Schnittteil an dieser Faltlinie auseinandergeschnitten.

2. An der Faltlinie habe ich jeweils 1 cm Nahtzugabe hinzugefügt und beide Schnittteile ausgeschnitten.

3. Nun habe ich die Schnittteile wieder zusammengenäht - und zwar RECHTS an LINKS.

 4. Ab jetzt geht es weiter wie in der Anleitung beschrieben. Da nun an der späteren Knopfleiste die linke Seite außen ist, muss die Einlage ebenfalls auf die linke Seite und nicht wie vorgesehen auf die rechte Seite aufgebügelt werden.

5. Wenn nun die Knopfleiste eingeschlagen wird, ist wieder die rechte Seite außen und so wollte ich das auch. Im Original wäre die linke Seite außen gewesen, auch das kann ich mir bei Denim vorstellen - vielleicht beim nächsten Mal.
  
Ab hier geht es ganz normal weiter im Anleitungsprogramm.
 
Ich möchte den Schnitt auf jeden Fall nochmals nähen. Varianten kann ich mir viele vorstellen.
Der verwendete Jeansstoff ist aus dem örtlichen Stoffgeschäft, die Knöpfe habe ich in Verl entdeckt und meinen ursprünglichen Plan (rote Knöpfe zum Jeanskleid und eine rote Paspel an der Knopfleiste) dafür verworfen. Aus dem Haus gegangen bin ich heute dann aber doch mit Strickjacke über dem Kleid. Und den Händen in den Taschen. Und Jacke. Und Mütze. Und Schal. Brrr...


Weitere selbstgenähte und -gestrickte Kleidung gibt es auf dem MeMadeMittwoch-Blog, das heute von Dodo in toller roter Strickjacke moderiert wird. 

Mittwoch, 11. Januar 2017

Lieblingsstücke 2016 - MMM No. 16

Ich nutze den MMM heute auch, um Bilanz zu ziehen. Mein Nähjahr 2016 war für mich richtig gut. Ich bin weiterhin eine lahme Nähschnecke und brauche noch dazu ewig, um mich für ein Projekt zu entscheiden. Außerdem tendiere ich bei auftauchenden Schwierigkeiten sehr zum Liegenlassen. Aber - ich bin zufrieden, sehr sogar. In 2016 ist es mir so gut wie noch nie (und immerhin nähe ich schon seit 2012 oder so, hüstel) gelungen, das magische Dreieck aus Schnitt, Stoff und Person(lichkeit) so zu kombinieren, dass am Ende das Nähprodukt ganz und gar meines war. Darüber freue ich mich. Sehr. Sehr. Luft nach oben besteht natürlich weiterhin, aber die Tendenz geht eindeutig in die richtige Richtung.
Deshalb kann ich mich auch nicht wirklich für das Lieblingsstück 2016 entscheiden und zeige deshalb meine Lieblingsauswahl.

Hier kommt sie. Ich habe die Lieblingsstücke nochmals einzeln verlinkt, dort sind dann genauere Infos zu den Schnitten usw. zu finden.

1. Das Musterkleid mit ohne passender Esme (davon existiert gar kein Foto, das hole ich nach).





 
 


Für 2017 nehme ich mir vor:
- mehr Serien zu nähen. Alle Schnitte von 2016 könnte ich auch öfter tragen, in anderen Farben und Stoffen. Die MeMadeMittwoch-Crew zeigt heute einmal mehr, dass es Sinn macht, einen Lieblingsschnitt in vielen Varianten zu besitzen.
- nicht so lange rumzueiern, bevor ich mich entscheide (- aber vielleicht war ich auch nur deshalb dieses Jahr so zufrieden mit meinen genähten Stücken, weil ich so lange überlegt habe?)
- zu lernen, wie man richtig Futter einnäht und
- ein Kostüm und/oder eine Hose zu nähen.


Mal sehen, was davon am Ende des Jahres verwirklicht ist. Ich wünsche allen ein glückliches und gesundes Jahr 2017 mit ausreichend Zeit zum Nähen. Was in 2016 sonst noch genäht wurde und es zum Lieblingsstück geschafft hat, kann in geballter Form auf dem MeMadeMittwochblog hier nachgelesen werden.